Fremantle & Rottnest Island

Fremantle ist mittlerweile zu meinem Lieblingsort Australiens geworden. Diese kleine, feine Stadt am indischen Ozean hat mich so frei und glücklich fühlen lassen. Die Atmosphäre, in die ich täglich gehüllt wurde, wenn ich aufgewacht bin, sei es in meinem Hostel (Old Fire Station Hostel), welches einfach ein wunderbares ist, in den Straßen Fremantles, am Strand oder am Hafen, ließ mich automatisch glücklich sein. Ich weiß noch, wie ich an meinen ersten Tagen hier, in die Läden gelaufen bin und mich jeder in ein Gespräch verwickelt hat, das tatsächlich nicht nervig oder smalltalkig war. Und jeden Tag habe ich neue, schnuckelige Läden mit außergewöhnlichen Ladenbesitzern kennengelernt. Die Vielfalt hier, einfach toll: unzählige Secondhand-Shops, Fair-Trade Läden, alternative Boutiquen, Imbissbuden mit allem, was das Herz begehrt. Das Labyrinth des Fremantle Markets, hat mich auch fast täglich angezogen und mich darin verlieren lassen.
Jeden Abend einen noch intensiveren Sonnenuntergang am Bathers Beach zu sehen, war der Abschluss meiner Tage.
3 herrliche Konzerte durfte ich während meiner Zeit hier miterleben (Kim Churchill, This Way North, Kaurna Cronin) und die Menschen beim ausgelassenen Tanzen beobachten.
Und gestern hatte ich dann diesen unglaublich schönen Tag auf Rottnest Island. Meine Erwartungen waren.. touristisch, voll, laut. Da Dienstag war und die Fähre den halben Preis (40$) kostete, erwartete ich Menschenmassen auf der weltbekannten Quokka-Insel, die von Backpackern und Chinesen-Bussen nur so bepilgert wird. Eigentlich stand die Insel nicht auf meiner Must-Do Liste, aber für 40$, dachte ich mir, schau ich mir das mal an.
Um kurz nach 7am ging die Fähre los und das erste positive Erlebnis war ein Wal, dessen Schwanzflosse ich auf dem Ozean entdecken durfte. Das Boot, bis auf den letzten Platz belegt, aber dann auf der Insel, hat sich die Menge schnell verlaufen.
Ich startete meinen Weg Richtung rechts, am Meer entlang. Ein Pfau, der mir gerade vor die Füße lief, präsentierte sein Federkleid und stolzierte davon. Ein paar schlafende Fellknäuel mit Rattenschwanz, die es nur auf dieser Insel gibt, entdeckte ich an Häuserwänden und ließ sie weiterdösen. Am ersten Strand war ich fast alleine und genoss das türkisblaue Wasser im Kontrast der schwarzen Felsformationen. Alleine das 'Barfuss-im-Sand'-Gefühl macht schon glücklich, aber mit diesem Ausblick, der Sonne im Rücken, der strahlendblaue Himmel über mir, das Meer rechts, Sand zwischen den Zehen und einen weißen Leuchtturm vor mir, bereitete mir so viel Freude. Ich passierte den Leuchtturm und lief weg vom Strand. Die Meisten hatten sich ein Radl gemietet, oder ein Hop On Hop Off-Ticket für den Inselbus gekauft. Und so traf ich nur selten andere Menschen. Es kam mir fast so vor, als wäre ich ganz allein und wenn ich Wege lief, die nur zu Fuß möglich waren, genoss ich die Stille und Einsamkeit. In der Inselmitte liegen mehrere Seen, die alle unterschiedlich aussahen und einfach wunderschön waren. An einer Wegkreuzung sah ich dann herumwuselnde Quokkas, zwei waren ganz zutraulich und ließen sich von einem asiatischen Pärchen fotografieren. Ein paar andere schliefen eingerollt unter einem Baumstamm in der Mittagssonne. Und ein kleines Junges, das an seiner Mutter klebte, konnte ich auch entdecken. Die Kleinen sind echt süß anzusehen und wenn sie Männchen machen formt ihr Mund automatisch ein Lächeln. Deswegen werden sie auch die glücklichsten Tiere der Welt genannt. Nachdem auch in meine Kameraspeicherkarte mit Quokkas gefüllt hatte, ging ich weiter zum zweiten Leuchtturm, von dem Ich die ganze Inselküste rundherum erblicken konnte. Im Gebüsch am Wegrand raschelte es immer wieder. Langsam machte ich mich auf den Rückweg zum Anlegesteg durch die Seenlandschaft und sah noch so einige Quokkas herumhüpfen.
Als ich in der Zivilisation ankam, sah ich auch endlich Mal wieder Menschen, die sich anscheinend hauptsächlich rundum die Restaurants, Geschäfte und Ferienwohnungen aufgehalten hatten. Und da waren auch ganz ganz viele Quokkas, die sich von den Kindern Wasser geben ließen und einfach überall waren. Ich hatte einen wunderbaren, positiven Tag und verliebte mich ein kleines bisschen in diese Insel. Die Fähre brachte mich um 7 Uhr abends wieder zurück ans Festland. Heute am Mittwoch verlasse ich mein Hostel in Fremantle und schaue mir in den letzten Tagen auf diesem Kontinent Perth an.

Freeeemantle

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